Archiv der Kategorie: Wand

Alte Elektroleitungen

„Was ist hier passiert? Wir haben die Tapeten entfernt, Löcher gefüllt und anschließend grundiert. Schon wärend des Aufbringens des Feinputz haben sich die Linien abgezeichnet.“

Die untere Linie führt geradewegs horizontal zur Steckdose rechts. Also wird hier das Kabel eingeputzt sein. Es zeichnet sich vermutlich deshalb ab, weil der Kabelschlitz nicht mit dem originalen Kalkputz, sondern mit Gipsputz gefüllt wurde. Das unterschiedliche Saugverhalten kann die Grundierung hier nicht vollständig ausgleichen.

Die Wand ist grundiert, Es ist noch nichts zu erkennen
Nach dem Aufbringen des Lehmputz und einer Nacht trocknen

Die obere Linie kommt von rechts oberhalb der Steckdose. Dort muss es einmal Dose gegeben haben. Dass dieser Schlitz allerdings links spontan nach oben abknickt, ist nicht ordnungsgemäß. Bei Verputzen der linken Wand wurde die Fortsetzung, in gleicher Weise abenteuerlich, sichtbar.

Soweit die Bauforschung. Die sollte bei der Altbausanierung aber stets parat stehen. Falls auf einer solchen Leitung wider Erwarten doch Spannung anläge, könnte das bekanntlich böse Folgen haben. Folglich wurden Anfang und Ende der Leitung gesucht und überprüft.

Über Pusch dieser Art können ganze Oper gesungen werden, Lieder reichen nicht da mehr. Es ist mir immer wieder unbegreiflich was für ein Schindluder so getrieben wurde, auch von Profis. Das – aus meiner Sicht – schlimme ist, dass sich das wenig geändert hat. Ich will wirklich niemand zu nahe treten. Sinn des Beitrags? Nutzt solche Gelegenheiten, wenn Unsichtbares sichtbar wird.

Ach ja, wieso ist die Grundierung Gelb und der Feinputz braun? Weil mit Lehmputz gearbeitet wurde und der passenden, körnigen – in diesen Fall gelben – Grundierung. Und warum gerade Lehmbaustoffe? Nun, sie sind in puncto Raumklima, Verarbeitbarkeit, Altbautauglichkeit und, nicht zuletzt, Nachhaltigkeit kaum zu schlagen. Mehr dazu bei den Lehmbau-FAQs.

Altbau vs. Passivhaus

„Kann ich meinen Altbau so sanieren, dass er hinterher ein Passivhaus ist?“

Warum nicht? Wie immer kommt es auf das Haus an, aber das wissen wir ja. Richtig ist, das es falsch ist, zu behaupten, es sei grundsätzlich unmöglich. Hier ein schon einige Jahre altes Beispiel: ein Dreifamilienhaus, dessen Dach ausgebaut wurde, komplett neue Haustechnik mit thermischen Solaranteil, recht dicker Außendämmung und Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung erhalten hat – kurz, das volle Programm.

Mit Hilfe von Fördergeldern blieb die Fianzierung im Rahmen. Heute sind die Förderbedingungen deutlich besser als damals. Es lohnt sich sich hier gründlich zu informieren. Eine vernetzte, interdisziplinäre Planung ist bei solchen Vorhaben nötig. Es reicht sicher nicht aus, sich nur Handwerkerangebote einzuholen und einen Energiebrater für die Berechnungen für die Förderanträge zu beauftragen. Ein wenig mehr Enthusiasmus und Ergeiz ist von allen Beteiligten schon nötig. Warum sollte sich das nicht lohnen?

Wir können an dem Beipiel aber auch die Grenzen der Außendämmung sehen. Sie ist zwar gut gemacht, hat sich an das Original gehalten. Dennoch sind die Fensterleibungen nun schon recht tief. Bei einer anderen Architektur könnte man vertreten, die Leibungen etwas abzuschrägen. Hier wäre das zu fremd. Irgend einen Kompromiss muss man immer machen.

Was heißt das jetzt? Wieder einmal: Pauschalurteile sind wenig hilfreich. Ebenso, einfach irgend etwas machen ohne die Zusammenhänge zu betrachten. Man kann es nicht oft genug sagen. Allein die Perspektiven der Fördermöglichkeiten von kfw-Bank und bafa sind Motivation genug.

Abdichtung bei Teilunterkellerung

„Der Keller ist feucht. Kondenswasserprobleme sind ausgeschlossen. Das Haus ist teilunterkellert. Auch die Kellerwand unter dem Haus ist feucht. Wie kann hier abgedichtet werden?“

Schauen wir uns die Skizze an:

Oben der Systemschnitt durch ein teilunterkellertes Haus, unten ein Ausschnitt aus dem Grundriss des Kellers. Die zugänglichen Kellerwände können auf verschiedene Weisen abgedichtet werden – außer von innen (davon halte ich nur in besonderen Einzelfällen etwas, auch wenn hierfür eine Reihe mehr oder weniger genialer Lösungen angeboten werden). Es bieten sich die bekannten zementösen Dichtschlämmen, Bitumendickbeschichtungen, Kunststoffe oder Verkieselungen an. Ich bevorzuge allerdings in jedem Fall eine mineralische Abdichtung (z.B. „Dernoton“). Dazu hier ein ausführlicher Beitrag.

Doch zurück zur Frage. Alle die bekannten Abdichtungen benötigen eine ebene Wand, auf die sie aufgetragen werden. Für eine mineralische Abdichtung gilt das nicht. Die Mittelwand des Hauses hier soll, wie eingangs gesagt, auch abgedichtet werden. Dazu müsste man unter dem rechten Teil des Hauses einen Tunnel graben. Das ist eher unwahrscheinlich.

Mittels einer mineralischen Abdichtung kann das Haus rings um ausgegraben werden und dort, auch wo keine Kellerwand mehr ist,das dichtende Material eingebracht werden. So kann seitliches Wasser nicht mehr unter das Haus gelangen. Die Mittelwand bleibt trocken.

Mineralische Abdichtungen sind frei von chemischen Bestandteilen. Sie bestehen aus definierten Sanden und quellfähigen Tonen. Das Material wird, wie Füllkies, lagenweise verdichtet in die Erde eingebracht. Dazu benötigt es keine Wand. So kann um das Haus herum eine abdichtende Fläche geschaffen werden.

Wenn auch der Boden – vor dem Bau des Hauses – mit einer mineralischen Abdichtung versehen würde, hätten wir keine „Schwarze Wanne“ (Bitumen) oder „Weiße Wanne“ (WU-Beton), sondern eine „Braune Wanne“. Das Prinzip der „Braunen Wanne“ ist älter und bewährter als die moderne Bauchemie.

Die erdölbasierte Bauchemie und der Betonbau haben die „Braune Wanne“ leider weit zurück gedrängt. Das ist aus baukonstruktiven und aus wirtschaftlichen Gründen dumm, denn sie ist deutlich Überlegen im Einbau als auch in der Haltbarkeit. Gleiches gilt für die Ökobilanz oder nur den CO2-Fußabdruck.

Wenn Sie eine konkrete Beratung oder Planung benötigen, stehe ich gerne zur Verfügung (www.olaf-paproth.de).

 

Innendämmung bei zweischaligem Mauerwerk

„Bei zweischaligem Mauerwerk mit Luftschicht sei Vorsicht geboten. Wer kann mir das berechnen? Kann man das überhaupt machen?“

 

Ohne Dämmung: Temperatur der Wandoberfläche innen 13 °C, U-Wert 1,13 W/m²K

Zur ersten Frage: Alle Architekten, Ingenieure, Energieberater etc., die nicht nur nach dem genormten „Glaser-Verfahren“ arbeiten, sondern mittels „Wufi“ (Fraunhofer Institut), „Cond“ (TU-Dresden) oder gleichwertigen Berechnungsprogrammen die Sachverhalte des Feuchteverlaufes in einem Bauteil deutlich genauer darstellen und bewerten können. Ich erlaube mir anzumerken, dass das eigentlich alle sein sollten, besonders die Energieberater, weiß aber auch, dass dem nicht so ist. Grundsätzliches zum Thema Innendämmung lesen Sie hier.

 

Mit 60 mm Innendämmung: Temperatur der Wandoberfläche innen 18 °C, U-Wert 0,43 W/m²K
Verbesserung der Behaglichkeit um 5 °C, des U-Wertes um 62 %

Zur zweiten Frage: Ja, man kann das machen – wenn man weiß, was man tut (s.o.). Ich habe mir einmal erlaubt, ein Beispiel mit „Cond“ zu berechnen. Es ist ein klassisches zweischaliges Mauerwerk: außen – Vormauerziegel – Luftschicht (sicherheitshalber nicht belüftet angenommen) – Kalksandsteinmauerwerk – Gipsputz.

 

Tatsächlich fällt bei der Innendämmvariante Tauwasser an (violet). Das kann jedoch in ausreichender Menge gespeichert und im Sommer ausgetrocknet werden. Die Trocknung beträgt hier 58 Tage < max. 90 Tage gemäß Norm. Die Konstruktion ist somit möglich.

Dabei ist zu beachten: Bei ordnungsgemäßem Mauerwerk wäre die Luftschicht belüftet und hätte gleichzeitig Öffnungen, an denen Kondenswasser innenseitig des Vormauerwerks ablaufen könnte. Da dies aber häufig nicht so ist, wurde hier von einer stehenden Luftschicht ausgegangen. Sollte in der vorhandenen Konstruktion eine Dämmung vorgefunden werden, z.B. 40 – 80 mm Mineralwolle, verringert sich der Tauwasseranfall und die Trocknungzeit. Ggf. kann jetzt die Innendämmung dicker ausfallen. Es lohnt sich also genau hinzuschauen und nachzurechnen.

 

Wärmedämmung auf teils losen Putz?

„Es ist ein kleines Ziegelhaus, dessen Wetterseite vor Jahren mit einem Putz versehen wurde. Der ist teils rissig, lose und teils fest und soll nun saniert werden. Dabei dachten wir, den Putz zu lassen, wo er ist und ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) darüber anzudübeln.“

Das lassen Sie besser bleiben, auch wenn der Gedanke vordergründig verlockend erscheint. Es wäre einfach keine anständige Arbeit auf teils losen Putz weitere Schichten aufzubringen, sondern Pfuscherei. Wenn der vorhandene Außenputz in Ordnung wäre und die Dampfdurchlässigkeit des Anstrichs (hier ist keiner) beachtet wäre, könnte ein WDVS tatsächlich direkt auf der Wandfläche angebracht werden. Hier ist das jedoch nicht der Fall.

 

Es wurde damals ein zementöser Putz auf weiche Ziegelsteine, die mit Muschelkalk vermauert sind, aufgebracht. Das Ergebnis sieht man hier: Der Putz ist zu hart, zu spröde. Er haftet nicht dauerhaft am Mauerwerk. Er wird erst rissig. Wasser läuft dahinter. Das wiederum kann nicht ausreichend abtrocknen. Der Putz fällt ab.

Ein solcher Putz auf einem solchen Mauerwerk muss so oder so abgeschlagen werden. Das sollte nicht allzu schwierig werden. Da die Oberfläche der Ziegelsteine kaputt ist, empfiehlt sich einen historischer Kalkputz zur Egalisierung der Fläche. Darauf kann dann ein Wärmedämmverbundsystem aufgebracht werden.

Handmuster einer Holzfaserdämmplatte mit Kalkputz und Armierungslage. Die Dämmung ist üblicherweise deutlich dicker, als es für das Muster praktisch wäre.

Ich würde hier keine Kunststoffe anwenden, sondern Holzfaserdämmung, Mineralschaumdämmung o.glw.. Für den Anstrich des Kalkputz empfehle ich reine Silikatfarben (keine Silikone), denn sie beschränken die Dampfdurchlässigkeit nicht, sind nicht filmbildend und gleichzeitig schmutzabweisend auch ohne chemischen „Lotuseffekt“ etwa durch Nanoteilchen.

 

Jahrhundertwendehaus wärmedämmen?

„Wir haben ein Jahrhundertwendehaus mit einer Stuckfassade. Wir möchten Energie sparen und deswegen wärmedämmen. Aber wir können doch die schöne Fassade nicht kaputt sanieren. Was tun?“

Das Zauberwort ist „Innendämmung“ – mit den richtigen Baustoffen. Und es muss das Thema „Tauwasser“ verstanden werden. Dazu geistert leider noch immer eine Menge an Unwissen herum, obwohl auch die Innendämmung seit Jahrzehnten bewährt ist. Natürlich kann eine Innendämmung nicht so dick sein, wie eine Außendämmung. Dennoch ist sie wirksam. Die ersten Zentimeter Dämmung sind die wirksamsten.  Schauen Sie den Beitrag dazu an und einen kurzen Fachvortrag zum Thema.

Ein Konstruktionsbeispiel wie ich es regelmäßig einplane:

Wenn die Fassade nicht erhaltenswert ist, kann auch von außen gedämmt werden. Hier ein Beipiel mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS):

Zur Außendämmung später mehr in einem weiteren Beitrag.

Beachten Sie, dass es Beispiele sind und keine Pläne für Ihr Haus.

 

Farbiger Lehmputz

Lehmputze sind gerade auch im Altbau besonders gut geeignet. Es gibt sie als Unterputz, Oberputz, Feinputz bis hin zu schleifbaren, gespachtelten Oberflächen. Hier wird die Frage beantwortet, warum Lehmputz auch farbig sein kann.


z.B. helle Pastelltöne durch farbige Lehme ohne Pigmente

Farbiger Lehmputz

 

Dämmkosten im Vergleich

Hier: Aufwand und Nutzen von Innendämmung vs. Außendämmung
Ein Vortrag anlässlich des „Symposium Innendämmung 2012“ zum Download.

Grundsätzlich ist er immer noch aktuell. Deswegen hier der Hinweis. Allerdings bedenken Sie bei den angebenen Zahlen die Baukostenentwicklung seit 2012. Die Preise gingen in den letzten ungewöhnlich dynamisch nach oben.

Ein weiterer Text zum Thema Innendämmung ist hier zum download.

 

Tauwasser bei Innendämmung?

„Ich habe gehört, dass das das übliche Berechnungsverfahren nach „Glaser“ die Gegebenheiten bei einer Innendämmung nicht darstellen kann. Nun habe ich aber ein Fachwerkhaus und kann es nur von innen dämmen. Woher weiß ich, dass ich keinen Fehler in puncto Tauwasser mache?“

Das ist schon richtig, was das übliche und normgerechte „Glaser-Verfahren“ angeht. Hierbei werden jedoch Materialeigenschaften wie die Wasserdampfaufnahme- und -abgabefähigkeit und die kapillare Leitfähigkeit nicht berücksichtigt. Bei dem Thema Außendämmung ist das auch in der Regel nicht nötig, bei der Innendämmung ist aber genau entscheidend, dass ein Baustoff, ebenso wie Luft, eine bestimmte Menge Wasserdampf aufnehmen kann, bevor Tauwasser ausfällt und das Bauteil durchfeuchtet. Rechenverfahren wie z.B. „Wufi“ vom Fraunhoferinstitut oder „Cond“ von der TU-Dresden können auch Innendämmungen realitätsgemäß abbilden.

Leider wissen noch immer die meisten Energieberater nichts von diesen Zusammenhängen. Gleiches gilt für die Kollegen Architekten etc. etc.. Daher erlaube ich mir hier ausnahmsweise darauf hinzuweisen, dass ich „Cond“-Berechnungen durchführen kann und dies auch gerne tue, allerdings nicht ganz „für lau“. Entscheident aber ist: Nicht abwimmeln lassen! Innendämmung im Fachwerkhaus und anderen Häusern ist lange Stand der Technik.

Ein weiterer Text zum Thema Innendämmung ist hier zum download.

 

Welcher Innenputz?

„Welchen Putz verwende ich am besten an Innenwandflächen?“

Grundsätzlich bevorzuge ich Lehmputze. Das sind Unterputz, Feinputz, Designputz, einlagige Lehmputze. Der Oberflächengestaltung sind keine Grenzen gesetzt. Sie reicht von groben, strohhaltigen „Landhaus-Putz“ bis hin zu farbigen, fein geschliffenen Flächen bis zu möglichen Glanzputzen. Der normale, lehmfarbige Putz kann mit Wandfarben gestrichen werden. Soweit unterscheiden sich Lehmputze nicht von anderen Putzen. Aber:

Lehmputze sind weicher als Kalkzement-, Kalk- und Gipsputze. Zementputze gehören nur in seltenen Ausnahmen an übliche Innenwände. Bei Altbauten ist ein weicher Putz oft von Vorteil, weil der Putz so besser mit dem alten Mauerwerk (z.B. weiche Ziegel, weiche Fugen) harmoniert. Bewegungen und Spannungen können besser aufgenommen werden als von harten, spröden Putzen.

Lehmputze haben eine hervoragende Haftung. Sie lassen sich einfach verarbeiten. Dazu gehört, dass sie sich immer wieder anfeuchten und so erneut verarbeiten bzw. nachreiben und korrigieren lassen. Bei der Verarbeitung mit Putzmaschinen können die Schläuche über Nacht mit frischen Mörtel gefüllt bleiben. Da Lehmmörtel nicht chemisch abbindet, sondern nur trocknet, bleibt er in den Schläuchen plastisch. Das bequeme Reinigen der benutzten Werkzeuge mit Wasser, auch am nächsten Tag, sehe ich als Vorteil.

Altbauziegel, links vorgenässt (dunkel), oben Lehmunterputz – zum Schornstein, rechts, kommen wir noch

Aus ökologischer Sicht ist mir kein Putzmörtel bekannt, der eine bessere Nachhaltigkeitsbilanz erreicht. Lehmputz kann, auch nach vielen Jahren, ohne weiteres wiederverwendet werden. Wenn er mit wasserlöslichen Anstrichen wie z.B. Lehm- oder Kaseinfarben gestrichen wurde, stört dies die Wiederverwendung nicht. Verarbeitungs- oder Materialreste können ohne weiteres im Garten verteilt werden (solange sie nicht verunreinigt sind).

Und nicht zuletzt weisen Lehmputze mit deutlichem Vorsprung die besten Raumklima verbessernden Eigenschaften auf. Das bezieht sich auf den Luftfeuchte ausgleich und auf die Reduktion von Gerüchen. Dazu mehr in einem eigenen Beitrag.

 
Quelle: Eckermann – Ziegert – Lehmputz Raumklima

Als nächste, nach den Lehmputzen, kommen die reinen Kalkputze zum Einsatz. Sie sind immer dann nötig, wenn mit andauernder Feuchte zu rechnen ist oder in Spritzwasserbereichen wie z.B. Duschen. Dort, wo es technisch nötig ist, können es auch Kalk-Zementputze sein. Eine Patentlösung für alles sind sie allerdings nicht, auch wenn das vielfach so gehandhabt wird.

Zementputze sind Spezialisten für wenige, besondere Anwendungen im Innenbereich. Sie sind im Vergleich dicht, hart und spröde. Wenn bei Fachwerkhäusern der Außenputz in Platten abfällt, ist meist Zement im Spiel – ein fachlicher Mangel.

Von Gipsputzen halt ich persönlich nicht viel. Ich sehe keine Vorteile gegenüber Lehmputzen. Sie sind raumklimatisch gesehen die schlechtesten, lassen sich eben nicht wiederverwenden, haben eine begrenzte Verarbeitungsdauer, während angerührter Lehmmörtel einige Tage stehen kann. Allein billiger ist Gipsputz meistens. Nachvollziehen kann ich das allerdings nicht, denn ein einlagiger Lehmputz lässte sich ohne weiteres fürs gleiche Geld an die Wand bringen.