Archiv der Kategorie: Wärmedämmung

Einblasdämmung im Altbaudach?

„Ich habe Gutes von Einblasdämmung gehört. Kann die auch in ein Altbaudach einbebaut werden?“

Präzisieren wir „Einblasdämmung“: Ich möchte hier von Zellulose- bzw. Holzfaser-Dämmung zum einblasen in Hohlräume reden. Es gibt andere Materialien zum einblasen, wie Mineralwollfasern oder Kunststoffgranulat, z.B. als Kerndämmung im Mauerwerk. Mit denen kenne ich mich wenig aus. Als Dämmung im Dach sind sie eher ungewöhnlich. Die ökologische Bilanz lässt Wünsche offen. Also zu den Zellulose- und Holzfasern:

Holzfaserdämm-Platten und flexible -Matten setze ich hier als bekannt voraus. Sie werden beim Einblasen benötigt, um geschlossene Hohlräume zu schaffen, die anschließend ausgeblasen werden können. Im Beispiel hier sind es außenseitig imprägnierte Unterdachplatten auf den Sparren und innenseitig eine armierte Luftdichtigkeitspappe. Beide können dem Einblasdruck widerstehen.

 

Im Drempelbereich haben wir eine „normale“ Holzfaserplatte verwendet. Das saubere, luftdichte Abkleben der Anschlüsse fehlt hier noch. Im rechten Bild sind die geschlossenen Einblasöffnungen zu erkennen.

Eine oft gestellte Frage: „Sackt die Dämmung nicht?“ Nein, die Zellulose- bzw.. Holzfasern verfilzt beim einblasen. Gleichzeitig wir sie so verdichtet, dass sie nicht sacken kann. Kontrolliert wird das durch die Menge Material pro Hohlraum.

Zwei weitere Anwendungen: Dämmen eines Installationsschachtes im Jahrhunderwendehaus (ein Bild aus den 1990er Jahren) und Dämmen eines Erdgeschossbodens (Holzständerwände mit Lehmsteinen ausgefacht)

 

Eigentlich sind alle vier Bilder recht alt und zeigen nicht wirklich Neues. Allerdings – und nicht wirklich zu verstehen – ist diese Art der Wärmedämmung im Alt- wie Neubau, noch immer verhältensmäßig unbekannt.

 

Was ist denn da passiert?

Um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht. Es geht uns auch eigentlich gar nichts an. Dennoch fällt mir beim Spazieren gehen diese Fassade seit Monaten auf.

Es war eine typische 60er-Jahre-Architektur. Das Haus wurde aufwändig modernisiert. Das Dach wurde gedämmt. Die Fenster wurden ausgetauscht. Die Fassade wurde gedämmt. Alles macht – aus Sicht des Passanten – einen guten Eindruck. Und dann das. Was wohl dahinter steckt, dass die äußere Verkleidung der Sockelfassade so leiden muss. Doch darum geht es hier nicht. Das Haus ist ein gutes Beipiel, wie ein alter Bungalow zu einem neuzeitlichen Haus werden kann.

Oft sind ja 60er-Jahre-Grundrisse ausgesprochen gut. Auch wurden damals nahe zu keine ungesunden oder sonst problematischen Baustoffe verwendet. Die Häuser sind einfach, aber von der Substanz her gut. Meist ist es kein Problem, Dach und Außenwände gemäß heute üblichen Maßstäben gegen Wärmeverluste zu schützen. Stilistische Veränderungen, dem aktuellen Geschmack entsprechend – wie hier geschehen – lassen sich verwirklichen. Mir persönlich sind Häuser aus den 50ern und 60ern deutlich lieber als die der 80er und 90er Jahre – nur weil ich selber aus dieser Zeit stamme. Sie sind einfacher ebaut und einfacher zu verändern.

Und hier? Das Erdgeschoss wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem gedämmt. Das hat offensichtlich funktioniert. Das Sockelgeschoss hat eine Vorhangfassade erhalten, also eine Unterkonstruktion aus Blechprofilen, die die Fassadenverkleidung trägt und den nötigen Abstand für die Dämmung herstellt. Die Mineralwolldämmung ist außenseitig mit einem Flies versehen. Bei einem Dach würde man es „Unterspannbahn“ oder „zweite wetterführende Ebene“ nennen. Deren Aufgabe ist es, bei Schäden an der ersten, äußeren „wetterführenden Ebene“ die Konstruktion vor Regen und Wind zu schützen. Eine imprägnierte Holzfaserdämmplatte z.B. kann das über einige Monate (tatsächlich meist deutlich länger als gewährleistet wird). Ein Flies oder eine feuchtevariable Unterspannbahn kann das ansich auch.

Die Mineralwolldämmung des Beipiels hier ist durch das Zerreißen des schwarzen Flies durchfeuchtet und hat längst begonnen auszufasern. Sie dämmt nun nicht mehr und muss erneuert werden. Unser Beispiel macht deutlich, dass es Sinn macht, sorgfälltig und mit Bedacht auf die richtigen Materialien zu achten.

Eine klasse Frage ist immer: „Was passiert denn, wenn hier einmal etwas kaputt geht?“

Text: altbau plus e.V.

 

Dach auf Flachdach

Es ist ein eingeschossiger Flachdach-Bungalow aus den 1970ern, der Grundriss ein „U“ um einen kleinen, geschlossenen Innenhof. Das Dach musste erneuert werden, d.h. die Abdichtung aus mehreren Lagen Bitumenpappen. Darunter ein paar Zentimeter Korkdämmung. Gleichzeitig fehlte es an Stauraum, denn das Haus ist nicht unterkellert.

Die Eigentümer = Bewohner des Einfamilienhauses sind tatsächlich zuerst zu einem Architekten gegangen, bevor sie sich an den Dachdecker ihres Vertrauens gewandt hatten. Der kam später zum Zuge. Warum?

Es kamen drei Fragen zusammen:

  • Entfernen der inzwischen zu vielen Schichten Bitumendachpappe
  • Verbesserung der Wärmedämmung
  • Das mit dem Stauraum wäre ja auch nicht schlecht, aber mit Flachdach? Vielleicht ein Anbau oder Gartenhäuschen?

Der Architekt kam auf eine gesamtheitliche Lösung. Sie war zwar teurer (typisch Architekt…), bietet aber einen ungleich höheren Nutzen (… typisch Architekt). Beim Bauordnungsamt wurde geprüft, ob auf das Flachdach ein geneigtes Dach gesetzt werden könnte. Der Statiker hatte ebenfalls keine Einwände. Also wurde über das „U“ und den Innenhof ein Walmdach in einem ein Walmdach konstruiert. Erreicht wurde folgendes:

  • 20 cm Schafwolldämmung bei einem diffusionsoffenen Dachaufbau
  • ein zusätzlicher Innenraum im Erdgeschoss (überdachter Innenhof)
  • ein zusätzlicher Sitzplatz im Dach (siehe Foto)
  • ein Speicher für alles Mögliche
  • ein Schlaf- und Spielquartier für die Enkel

Die großen, zweireihigen Dachflächenfenster wurden nach Norden orientiert, um den Raum im Sommer weniger aufzuheizen. Ergänzt wurde das mit einem Themperatur- und Regensensor gesteuerten Mechanismus zum öffnen und schließen eines Fensterflügels.

Wärmetechnischer Zusatzeffekt: Dadurch, dass das neue Dach auch den Innenhof überdacht, wurde dieser zum Innenraum. Aus vier schlecht gedämmten Außenwänden (eine Nachbarwand) wurden vier Innenwände.

Der sommerliche Wärmeschutz wurde durch die Verschattung einer Photovoltaikanlage verbessert.

Aber ja, richtig, das muss man sich leisten können. Es wäre billiger nur das Flachdach neu abzudichten. In diesem Fall jedoch hätte man Chancen vergeben, die erst Schritt für Schritt zu Tage traten. Und bei den Zinsen heute?

Text: altbau plus e.V.

 

Dachdämmen ohne Abdecken?

„Das Schrägdach des Altbaus ist intakt, also die Dachkonstruktion ist solide, die Dachziegel sind gut. Nun soll das Dach wärmegedämmt werden ohne das Dach abzudecken. Was ist zu tun?“

Schauen wir uns ein Beispiel an, das wir gerade in der Planung haben: Es ist das Dach eines ehemaligen Stalls, der zum Wohnhaus umgebaut werden soll. Die kfw-Förderung-Denkmal ist beantragt. Die unten beschriebene Konstruktion wird diese Anforderungen übersteigen, denn es ist genug Raum nach innen. Es könnte auch der Speicher eines Nachkriegs-Wohngebäudes sein. Ein diffusionsoffener Aufbau, analog eines Standard-Neubaudaches, ist vorgegeben. Neben dem winterlichen Wärmeschutz spielt auch der sommerliche eine bedeutende Rolle. Auf eine Klimaanlage im zukünftigen Schlafzimmer soll unbedingt verzichtet werden können. Das wurde in der Wahl der Dämmstoffe berücksichtigt (s.u.).

Ein kleiner Exkurs zum Thema diffusionsoffener Dachaufbau:

Eine Dampfbremse wird immer dann erforderlich, wenn der Widerstand einer der genannten Schichten gegen Wasserdampf, der aus dem Innenraum nach außen drückt, größer ist als der einer weiter innen befindlichen Schicht. Anders gesagt: wenn der Dampfdruckwiderstand innerhalb des Dachaufbaus von innen nach außen abnimmt, wird keine Dampfbremse benötigt, da der Aufbau immer schneller austrocknen kann, als Feuchtigkeit von innen nachkommt. In der belüfteten Ebene der Konterlattung wird diese Feuchtigkeit abgeleitet. Traufe und First müssen dem entsprechend offen sein.

Ein Dachaufbau, der auf diese Weise immer trockenbleibt, kann auch bei einem Schaden austrocknen. Baukonstruktiv befinden wir uns auf der sicheren Seite. Das gilt es auch bei der Dachsanierung zu beachten.

Dem Innenraumklima im Dachraum tut das beschriebene ebenfalls gut. Lassen Sie es uns so sagen: In einer schönen, gewalkten Wolljacke schwitzen wir beim Spaziergang nicht, in einer Regenjacke sehr wohl, in einer „Funktionsjacke“ wird es zumindest „dämpfig“.

Hier der gewählte Aufbau. Es ist sicher nicht der einzig mögliche.

  • vorh. Ziegeldach
  • Dachlatten 24 x 48 mm beidseitig der Sparren (Abstand für die belüftete Luftschicht; auf Belüftung an der Traufe und Entlüftung am First achten)
  • Holzfaserdämmplatten N+F, 35 mm (Unterdach)
  • Zellulose-Einblasdämmung, hier 100 mm
  • Dachlatten 24 x 48 mm („gelenkige“ Unterkonstruktion für die nächste Schicht)
  • Holzfaserdämmplatten 60 mm (Dämmung und Putzträger)
  • ggf. Lehmbauplatte (für noch mehr sommerlichen Wärmeschutz und Schallschutz, wo es nötig ist)
  • Lehmarmierungsmörtel 3 mm inkl. Flachsgewebe
  • Lehmfeinputz, fein gerieben, mit Kaseinanstrich oder Lehmfarbputz

Auf wind- und luftdichte Anschlüsse muss geachtet werden.

 

Anstrich oder Wärmedämmung?

Der Sommer eignet sich gut für einen Fassadenanstrich. Wenn das Haus neu angestrichen ist, ist erstmal wieder Ruhe. Der Winter kann kommen. In den nächsten 10 bis 15 Jahren wird an der Fassade nichts mehr zu tun sein.

Doch das könnte ein Trugschluss sein. Denn falls nach schon fünf Jahre später die Heizung erneuert werden muss, kommt die Frage nach der Wärmedämmung  des Hauses auf den Tisch. Die neue Heizung soll ja für die Zukunft nicht überdimensioniert werden. Fest steht, dass die Energiepreise spürbar steigen werden. Der Markt mag das möglicherweise anders sehen, ist aber ein unzuverlässiger Ratgeber. Die CO²-Steuer steigt in jedem Fall. Andererseits bietet eine stabile Förderstruktur ernst zu nehmende Anreize mehr zu tun als nur anzustreichen. Energiesparen ist politisch gewollt. Dafür wird etwas getan.

Und nun? Das ist einfach: Bevor ein Auftrag über einen Fassadenanstrich erteilt wird, ist eine ganzheitliche, also alle Aspekte umfassende Beratung vernünftig. Organisationen wie altbau plus e.V. bieten solche Hilfen durch erfahrene Architekten sogar kostenlos an. Im Anschluss daran mag ein detailierterer Energie-Check durch die Verbraucherberatung angeraten sein.

Welche Fragen sollten beantwortet werden? Wie sieht die Fassade aus? Was muss konstruktiv repariert werden? Taugt sie für eine Wärmedämmung? Gibt es Alternativen wie z.B. die Innendämmung? Das Bild oben zeigt einen Teil eines Jahrhundertwendehauses. Hier wäre es schade mit einer Außendämmung die schöne Ansicht zu verschandeln. Außerdem ist es teuer die Schnörkel abzuschlagen und dann glatt beizuputzen bevor die Dämmplatten montiert werden könnten.

Doch auch, wenn es richtig ist, sich auf einen Anstrich zu beschränken, kann etwas für die Nachhaltigkeit und die Energiebilanz getan werden. Lenken wir unser Augenmerk auf die Farbe, die verstrichen werden soll. Damit ist nicht der Farbton gemeint, sondern das Material. organisch gebundene Kunststoffanstriche (u.a. Kunstharzdispersionen, Silikonfarben) sind Erdölprodukte. Silikatfarben und Kalkfarben gibt es als reine Naturprodukte, ebenso Naturharzdispersionen. Sie alle unterscheiden sich durch einen verschieden großen ökologischen Fußabdruck – und die Hersteller durch eine mehr oder weniger transparente Aufklärung über die Inhaltsstoffe. Als gute Positivliste ist die www.natureplus-database.org zu empfehlen.

Beim Beipiel oben mussten diverse Schichten („Filme“) Kunststoffanstrich entfernt werden. Sie waren rissig, teil lose, teil sehr fest, kaum dampfdiffusionsoffen- keine Freude. Es wurde dann mit Silikatfarbe (nicht Silikon!) gestrichen. Dieses Material verkieselt mit dem Untergrund, d.h. es ist nicht filmbildend. Dadurch kann sie keine Blasen oder Risse bilden oder abplatzen. Der nächste Anstrich ist dem entsprechend einfach, schnell und kostengünstig – und weniger Energie aufwändig. Ach ja, Silikatfarbe benötigt keinen „Lotuseffekt“, um lange sauber zu bleiben. Dafür bietet sie eine sehr schöne Farbtiefe.

Text: altbau plus e.V.

 

Innendämmung bei zweischaligem Mauerwerk

„Bei zweischaligem Mauerwerk mit Luftschicht sei Vorsicht geboten. Wer kann mir das berechnen? Kann man das überhaupt machen?“

 

Ohne Dämmung: Temperatur der Wandoberfläche innen 13 °C, U-Wert 1,13 W/m²K

Zur ersten Frage: Alle Architekten, Ingenieure, Energieberater etc., die nicht nur nach dem genormten „Glaser-Verfahren“ arbeiten, sondern mittels „Wufi“ (Fraunhofer Institut), „Cond“ (TU-Dresden) oder gleichwertigen Berechnungsprogrammen die Sachverhalte des Feuchteverlaufes in einem Bauteil deutlich genauer darstellen und bewerten können. Ich erlaube mir anzumerken, dass das eigentlich alle sein sollten, besonders die Energieberater, weiß aber auch, dass dem nicht so ist. Grundsätzliches zum Thema Innendämmung lesen Sie hier.

 

Mit 60 mm Innendämmung: Temperatur der Wandoberfläche innen 18 °C, U-Wert 0,43 W/m²K
Verbesserung der Behaglichkeit um 5 °C, des U-Wertes um 62 %

Zur zweiten Frage: Ja, man kann das machen – wenn man weiß, was man tut (s.o.). Ich habe mir einmal erlaubt, ein Beispiel mit „Cond“ zu berechnen. Es ist ein klassisches zweischaliges Mauerwerk: außen – Vormauerziegel – Luftschicht (sicherheitshalber nicht belüftet angenommen) – Kalksandsteinmauerwerk – Gipsputz.

 

Tatsächlich fällt bei der Innendämmvariante Tauwasser an (violet). Das kann jedoch in ausreichender Menge gespeichert und im Sommer ausgetrocknet werden. Die Trocknung beträgt hier 58 Tage < max. 90 Tage gemäß Norm. Die Konstruktion ist somit möglich.

Dabei ist zu beachten: Bei ordnungsgemäßem Mauerwerk wäre die Luftschicht belüftet und hätte gleichzeitig Öffnungen, an denen Kondenswasser innenseitig des Vormauerwerks ablaufen könnte. Da dies aber häufig nicht so ist, wurde hier von einer stehenden Luftschicht ausgegangen. Sollte in der vorhandenen Konstruktion eine Dämmung vorgefunden werden, z.B. 40 – 80 mm Mineralwolle, verringert sich der Tauwasseranfall und die Trocknungzeit. Ggf. kann jetzt die Innendämmung dicker ausfallen. Es lohnt sich also genau hinzuschauen und nachzurechnen.

 

Wärmedämmung auf teils losen Putz?

„Es ist ein kleines Ziegelhaus, dessen Wetterseite vor Jahren mit einem Putz versehen wurde. Der ist teils rissig, lose und teils fest und soll nun saniert werden. Dabei dachten wir, den Putz zu lassen, wo er ist und ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) darüber anzudübeln.“

Das lassen Sie besser bleiben, auch wenn der Gedanke vordergründig verlockend erscheint. Es wäre einfach keine anständige Arbeit auf teils losen Putz weitere Schichten aufzubringen, sondern Pfuscherei. Wenn der vorhandene Außenputz in Ordnung wäre und die Dampfdurchlässigkeit des Anstrichs (hier ist keiner) beachtet wäre, könnte ein WDVS tatsächlich direkt auf der Wandfläche angebracht werden. Hier ist das jedoch nicht der Fall.

 

Es wurde damals ein zementöser Putz auf weiche Ziegelsteine, die mit Muschelkalk vermauert sind, aufgebracht. Das Ergebnis sieht man hier: Der Putz ist zu hart, zu spröde. Er haftet nicht dauerhaft am Mauerwerk. Er wird erst rissig. Wasser läuft dahinter. Das wiederum kann nicht ausreichend abtrocknen. Der Putz fällt ab.

Ein solcher Putz auf einem solchen Mauerwerk muss so oder so abgeschlagen werden. Das sollte nicht allzu schwierig werden. Da die Oberfläche der Ziegelsteine kaputt ist, empfiehlt sich einen historischer Kalkputz zur Egalisierung der Fläche. Darauf kann dann ein Wärmedämmverbundsystem aufgebracht werden.

Handmuster einer Holzfaserdämmplatte mit Kalkputz und Armierungslage. Die Dämmung ist üblicherweise deutlich dicker, als es für das Muster praktisch wäre.

Ich würde hier keine Kunststoffe anwenden, sondern Holzfaserdämmung, Mineralschaumdämmung o.glw.. Für den Anstrich des Kalkputz empfehle ich reine Silikatfarben (keine Silikone), denn sie beschränken die Dampfdurchlässigkeit nicht, sind nicht filmbildend und gleichzeitig schmutzabweisend auch ohne chemischen „Lotuseffekt“ etwa durch Nanoteilchen.

 

Jahrhundertwendehaus wärmedämmen?

„Wir haben ein Jahrhundertwendehaus mit einer Stuckfassade. Wir möchten Energie sparen und deswegen wärmedämmen. Aber wir können doch die schöne Fassade nicht kaputt sanieren. Was tun?“

Das Zauberwort ist „Innendämmung“ – mit den richtigen Baustoffen. Und es muss das Thema „Tauwasser“ verstanden werden. Dazu geistert leider noch immer eine Menge an Unwissen herum, obwohl auch die Innendämmung seit Jahrzehnten bewährt ist. Natürlich kann eine Innendämmung nicht so dick sein, wie eine Außendämmung. Dennoch ist sie wirksam. Die ersten Zentimeter Dämmung sind die wirksamsten.  Schauen Sie den Beitrag dazu an und einen kurzen Fachvortrag zum Thema.

Ein Konstruktionsbeispiel wie ich es regelmäßig einplane:

Wenn die Fassade nicht erhaltenswert ist, kann auch von außen gedämmt werden. Hier ein Beipiel mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS):

Zur Außendämmung später mehr in einem weiteren Beitrag.

Beachten Sie, dass es Beispiele sind und keine Pläne für Ihr Haus.

 

Dämmkosten im Vergleich

Hier: Aufwand und Nutzen von Innendämmung vs. Außendämmung
Ein Vortrag anlässlich des „Symposium Innendämmung 2012“ zum Download.

Grundsätzlich ist er immer noch aktuell. Deswegen hier der Hinweis. Allerdings bedenken Sie bei den angebenen Zahlen die Baukostenentwicklung seit 2012. Die Preise gingen in den letzten ungewöhnlich dynamisch nach oben.

Ein weiterer Text zum Thema Innendämmung ist hier zum download.

 

Tauwasser bei Innendämmung?

„Ich habe gehört, dass das das übliche Berechnungsverfahren nach „Glaser“ die Gegebenheiten bei einer Innendämmung nicht darstellen kann. Nun habe ich aber ein Fachwerkhaus und kann es nur von innen dämmen. Woher weiß ich, dass ich keinen Fehler in puncto Tauwasser mache?“

Das ist schon richtig, was das übliche und normgerechte „Glaser-Verfahren“ angeht. Hierbei werden jedoch Materialeigenschaften wie die Wasserdampfaufnahme- und -abgabefähigkeit und die kapillare Leitfähigkeit nicht berücksichtigt. Bei dem Thema Außendämmung ist das auch in der Regel nicht nötig, bei der Innendämmung ist aber genau entscheidend, dass ein Baustoff, ebenso wie Luft, eine bestimmte Menge Wasserdampf aufnehmen kann, bevor Tauwasser ausfällt und das Bauteil durchfeuchtet. Rechenverfahren wie z.B. „Wufi“ vom Fraunhoferinstitut oder „Cond“ von der TU-Dresden können auch Innendämmungen realitätsgemäß abbilden.

Leider wissen noch immer die meisten Energieberater nichts von diesen Zusammenhängen. Gleiches gilt für die Kollegen Architekten etc. etc.. Daher erlaube ich mir hier ausnahmsweise darauf hinzuweisen, dass ich „Cond“-Berechnungen durchführen kann und dies auch gerne tue, allerdings nicht ganz „für lau“. Entscheident aber ist: Nicht abwimmeln lassen! Innendämmung im Fachwerkhaus und anderen Häusern ist lange Stand der Technik.

Ein weiterer Text zum Thema Innendämmung ist hier zum download.