Archiv der Kategorie: altbau plus Energiefenster

Können Fenster mit Ortschaum abgedichtet werden?

Heute eine Frage aus der Beratungspraxis bei altbau plus e.V.: Immer wieder wird gefragt, ob es nicht doch ausreichend sei, Fenster mit Ortschaum abzudichten. Neu eingesetzte, aber auch bestehende Fenster müssen bei Sanierungsmaßnahmen an der Wand (z.B. der Erneuern des Putzes) neu abgedichtet werden. Dabei könnte es so praktisch sein, die Fuge zwischen Fensterrahmen und der Wand einfach auszuschäumen – eine gebräuchliche Maßnahme.

Dennoch, eine Abdichtung gegen Wasser und Wind ist das nicht und auch keine innenseitige Luftdichtung, wie sie nicht nur Stand der Technik, sondern auch vorgeschrieben ist.

Wenn wir uns das nicht mehr ganz junge Modell eines Kunststoffensters anschauen, reden wir ausschließlich über das Thema Abdichtung, nicht über die Qualität von Kunststoffenstern gegenüber Holzfenstern, oder den fehlenden Metallkern des Beispielprofils. Wir wollen heute auch nicht über die Nachhaltigkeit von Ortschäumen diskutieren. Das kommt schon noch an anderer Stelle.

Also kurz und knapp: Wind- und wasserdicht kann man ein Fenster nur einbauen mit wetterfesten, UV-beständigen, dauerhaft beweglichen/elastischen Materialien. Alles das trifft für die üblichen Ortschäume nicht zu. Tatsächlich schrumpfen sie auf die Dauer, da sie Material (Weichmacher) verlieren.

Richtig sind z.B. Kompribänder und Klebebänder, die so eingebaut werden, dass sie Bewegeungen zwischen Fenster und Wand mitmachen. Gut sind Klebebänder, die an den Rändern kleben, in der Mitte aber nicht. So kann dort eine Falte geformt werden, die verhindert, dass das Klebeband unter Spannung gerät. Beim Modell sind diese Bänder grau.

Es empfiehlt sich die abgedichteten Fugen zusätzlich konstruktiv mit einer Leiste oder Winkelprofil abzudecken. Das schützt und sieht besser aus.

Für energieeffizienzes Sanieren ist die Luftdichtigkeit der Fensteranschlüsse unverzichtbar. Gelüftet wird auf andere Weise – eine weiteres Thema.

Das Ausschäumen dient nur der Wärmedämmung der Fuge. Ausstopfen mit Naturfasern halte ich für langlebiger.

Text: altbau plus e.V.

 

In einer Wohnung wird es nicht warm

Das alte Haus hat vier Wohnungen, zwei im Erdgeschoss, zwei in den darüber liegenden Etagen. Eine der Wohnungen im EG hat eine eigene Gas-Etagenheizung. Die anderen werden mit einer zentralen Gas-Brennwertheizung mit Solarunterstützung geheizt. Doch die zweite Wohnung im Erdgeschoss wird einfach nicht richtig warm. Ebenso der Heizkörper in der Küche der Wohnung darüber.

Bekannt ist, dass ursprünglich beide Erdgeschoss-Appartements eigene Etagenheizungen hatten. Als es an der Zeit war kräftig zu modernisieren, ergab sich die Gelegenheit, eine, in der Kochnische störende, Abkastung abzubauen, um nachzuschauen, welchen Sinn sie eigentlich hatte. Schauen wir uns das Bild an.

Hinter der Abkastung kam eine zweite Heizungspumpe zu Tage. Sie wurde wohl eingebaut als das Appartement von der Etagenheizung befreit und an die Zentralheizung angebunden wurde – keine gute Idee.

Nun befanden sich also in einem Heizkreislauf zwei Umwälzpumpen. Besonders dumm: beide wussten nichts von einander. Und so haben beide gepumpt, wie es ihnen gerade in den Sinn kam, zwangsläufig meistens gegeneinander. Das haben sie aber nicht bemerkt. Folglich konnte das warme Heizungswasser die Wohnung nicht wirklich erreichen. In der darüber befindlichen Wohnung war der Heizkörper dadurch ebenfalls gestört, weil hier nach unten abgezweigt wurde.

Der Installateur tat das Richtige: Er hat die falsche Pumpe abgebaut. Danach hat er im ganzen Haus einen sogenannten „hydraulischen Abgleich“ durchgeführt. Der sorgt dafür, dass alle Heizkörper im selben Kreislauf der Zentralheizung gleich warm werden. Von da ab wurden alle Räume angemessen warm. Die Heizung brauchte nun nicht mehr „volle Kanne böllern“, nur weil drei Heizkörper, auch bei höchster Stufe des Thermostatventils, einfach nicht warm wurden, während auf anderen, bei kleinster Einstellung, Tee warm gehalten wurde. Die Heizung läuft seit dem gleichmäßiger – und sparsamer.

Ein „hydraulischer Abgleich“ gehört (eigentlich) zur jeder Heizungsinstallation und jeder Änderung am System. Weil das aber leider nicht der Wirklichkeit entspricht, wird der hydraulische Abgleich mit Steuergeldern finanziell gefördert und zwar hier.

Text: altbau plus e.V.

 

Was ist denn da passiert?

Um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht. Es geht uns auch eigentlich gar nichts an. Dennoch fällt mir beim Spazieren gehen diese Fassade seit Monaten auf.

Es war eine typische 60er-Jahre-Architektur. Das Haus wurde aufwändig modernisiert. Das Dach wurde gedämmt. Die Fenster wurden ausgetauscht. Die Fassade wurde gedämmt. Alles macht – aus Sicht des Passanten – einen guten Eindruck. Und dann das. Was wohl dahinter steckt, dass die äußere Verkleidung der Sockelfassade so leiden muss. Doch darum geht es hier nicht. Das Haus ist ein gutes Beipiel, wie ein alter Bungalow zu einem neuzeitlichen Haus werden kann.

Oft sind ja 60er-Jahre-Grundrisse ausgesprochen gut. Auch wurden damals nahe zu keine ungesunden oder sonst problematischen Baustoffe verwendet. Die Häuser sind einfach, aber von der Substanz her gut. Meist ist es kein Problem, Dach und Außenwände gemäß heute üblichen Maßstäben gegen Wärmeverluste zu schützen. Stilistische Veränderungen, dem aktuellen Geschmack entsprechend – wie hier geschehen – lassen sich verwirklichen. Mir persönlich sind Häuser aus den 50ern und 60ern deutlich lieber als die der 80er und 90er Jahre – nur weil ich selber aus dieser Zeit stamme. Sie sind einfacher ebaut und einfacher zu verändern.

Und hier? Das Erdgeschoss wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem gedämmt. Das hat offensichtlich funktioniert. Das Sockelgeschoss hat eine Vorhangfassade erhalten, also eine Unterkonstruktion aus Blechprofilen, die die Fassadenverkleidung trägt und den nötigen Abstand für die Dämmung herstellt. Die Mineralwolldämmung ist außenseitig mit einem Flies versehen. Bei einem Dach würde man es „Unterspannbahn“ oder „zweite wetterführende Ebene“ nennen. Deren Aufgabe ist es, bei Schäden an der ersten, äußeren „wetterführenden Ebene“ die Konstruktion vor Regen und Wind zu schützen. Eine imprägnierte Holzfaserdämmplatte z.B. kann das über einige Monate (tatsächlich meist deutlich länger als gewährleistet wird). Ein Flies oder eine feuchtevariable Unterspannbahn kann das ansich auch.

Die Mineralwolldämmung des Beipiels hier ist durch das Zerreißen des schwarzen Flies durchfeuchtet und hat längst begonnen auszufasern. Sie dämmt nun nicht mehr und muss erneuert werden. Unser Beispiel macht deutlich, dass es Sinn macht, sorgfälltig und mit Bedacht auf die richtigen Materialien zu achten.

Eine klasse Frage ist immer: „Was passiert denn, wenn hier einmal etwas kaputt geht?“

Text: altbau plus e.V.

 

Dach auf Flachdach

Es ist ein eingeschossiger Flachdach-Bungalow aus den 1970ern, der Grundriss ein „U“ um einen kleinen, geschlossenen Innenhof. Das Dach musste erneuert werden, d.h. die Abdichtung aus mehreren Lagen Bitumenpappen. Darunter ein paar Zentimeter Korkdämmung. Gleichzeitig fehlte es an Stauraum, denn das Haus ist nicht unterkellert.

Die Eigentümer = Bewohner des Einfamilienhauses sind tatsächlich zuerst zu einem Architekten gegangen, bevor sie sich an den Dachdecker ihres Vertrauens gewandt hatten. Der kam später zum Zuge. Warum?

Es kamen drei Fragen zusammen:

  • Entfernen der inzwischen zu vielen Schichten Bitumendachpappe
  • Verbesserung der Wärmedämmung
  • Das mit dem Stauraum wäre ja auch nicht schlecht, aber mit Flachdach? Vielleicht ein Anbau oder Gartenhäuschen?

Der Architekt kam auf eine gesamtheitliche Lösung. Sie war zwar teurer (typisch Architekt…), bietet aber einen ungleich höheren Nutzen (… typisch Architekt). Beim Bauordnungsamt wurde geprüft, ob auf das Flachdach ein geneigtes Dach gesetzt werden könnte. Der Statiker hatte ebenfalls keine Einwände. Also wurde über das „U“ und den Innenhof ein Walmdach in einem ein Walmdach konstruiert. Erreicht wurde folgendes:

  • 20 cm Schafwolldämmung bei einem diffusionsoffenen Dachaufbau
  • ein zusätzlicher Innenraum im Erdgeschoss (überdachter Innenhof)
  • ein zusätzlicher Sitzplatz im Dach (siehe Foto)
  • ein Speicher für alles Mögliche
  • ein Schlaf- und Spielquartier für die Enkel

Die großen, zweireihigen Dachflächenfenster wurden nach Norden orientiert, um den Raum im Sommer weniger aufzuheizen. Ergänzt wurde das mit einem Themperatur- und Regensensor gesteuerten Mechanismus zum öffnen und schließen eines Fensterflügels.

Wärmetechnischer Zusatzeffekt: Dadurch, dass das neue Dach auch den Innenhof überdacht, wurde dieser zum Innenraum. Aus vier schlecht gedämmten Außenwänden (eine Nachbarwand) wurden vier Innenwände.

Der sommerliche Wärmeschutz wurde durch die Verschattung einer Photovoltaikanlage verbessert.

Aber ja, richtig, das muss man sich leisten können. Es wäre billiger nur das Flachdach neu abzudichten. In diesem Fall jedoch hätte man Chancen vergeben, die erst Schritt für Schritt zu Tage traten. Und bei den Zinsen heute?

Text: altbau plus e.V.

 

Anstrich oder Wärmedämmung?

Der Sommer eignet sich gut für einen Fassadenanstrich. Wenn das Haus neu angestrichen ist, ist erstmal wieder Ruhe. Der Winter kann kommen. In den nächsten 10 bis 15 Jahren wird an der Fassade nichts mehr zu tun sein.

Doch das könnte ein Trugschluss sein. Denn falls nach schon fünf Jahre später die Heizung erneuert werden muss, kommt die Frage nach der Wärmedämmung  des Hauses auf den Tisch. Die neue Heizung soll ja für die Zukunft nicht überdimensioniert werden. Fest steht, dass die Energiepreise spürbar steigen werden. Der Markt mag das möglicherweise anders sehen, ist aber ein unzuverlässiger Ratgeber. Die CO²-Steuer steigt in jedem Fall. Andererseits bietet eine stabile Förderstruktur ernst zu nehmende Anreize mehr zu tun als nur anzustreichen. Energiesparen ist politisch gewollt. Dafür wird etwas getan.

Und nun? Das ist einfach: Bevor ein Auftrag über einen Fassadenanstrich erteilt wird, ist eine ganzheitliche, also alle Aspekte umfassende Beratung vernünftig. Organisationen wie altbau plus e.V. bieten solche Hilfen durch erfahrene Architekten sogar kostenlos an. Im Anschluss daran mag ein detailierterer Energie-Check durch die Verbraucherberatung angeraten sein.

Welche Fragen sollten beantwortet werden? Wie sieht die Fassade aus? Was muss konstruktiv repariert werden? Taugt sie für eine Wärmedämmung? Gibt es Alternativen wie z.B. die Innendämmung? Das Bild oben zeigt einen Teil eines Jahrhundertwendehauses. Hier wäre es schade mit einer Außendämmung die schöne Ansicht zu verschandeln. Außerdem ist es teuer die Schnörkel abzuschlagen und dann glatt beizuputzen bevor die Dämmplatten montiert werden könnten.

Doch auch, wenn es richtig ist, sich auf einen Anstrich zu beschränken, kann etwas für die Nachhaltigkeit und die Energiebilanz getan werden. Lenken wir unser Augenmerk auf die Farbe, die verstrichen werden soll. Damit ist nicht der Farbton gemeint, sondern das Material. organisch gebundene Kunststoffanstriche (u.a. Kunstharzdispersionen, Silikonfarben) sind Erdölprodukte. Silikatfarben und Kalkfarben gibt es als reine Naturprodukte, ebenso Naturharzdispersionen. Sie alle unterscheiden sich durch einen verschieden großen ökologischen Fußabdruck – und die Hersteller durch eine mehr oder weniger transparente Aufklärung über die Inhaltsstoffe. Als gute Positivliste ist die www.natureplus-database.org zu empfehlen.

Beim Beipiel oben mussten diverse Schichten („Filme“) Kunststoffanstrich entfernt werden. Sie waren rissig, teil lose, teil sehr fest, kaum dampfdiffusionsoffen- keine Freude. Es wurde dann mit Silikatfarbe (nicht Silikon!) gestrichen. Dieses Material verkieselt mit dem Untergrund, d.h. es ist nicht filmbildend. Dadurch kann sie keine Blasen oder Risse bilden oder abplatzen. Der nächste Anstrich ist dem entsprechend einfach, schnell und kostengünstig – und weniger Energie aufwändig. Ach ja, Silikatfarbe benötigt keinen „Lotuseffekt“, um lange sauber zu bleiben. Dafür bietet sie eine sehr schöne Farbtiefe.

Text: altbau plus e.V.

 

Wandheizung im Altbau

Im Altbau ist es oft nicht ganz einfach eine zeitgemäße Heizanlage mit niedrigen Vorlauftemperaturen einzubauen. Eine Wärmepumpe kann zwar höhere Temperaturen des Heizkreises bedienen, wird dann aber unwirtschaftlich und verliert ihren eigentlichen Sinn. Wenn aber auch weitere Renovierungsarbeiten anstehen, bieten sich Möglichkeiten, die weniger aufwendig sind als sie erscheinen mögen.

Der Trick ist, möglichst viel Fläche mit dann niedrigerer Temperatur zu heizen. Die klassische Fußbodenheizung bietet sich unter Umständen an, meistens aber eher nicht. Bleiben die Wände. Stellen wir uns die Fußbodenheizung einfach hochgeklappt vor. Das lässt sich einfach auf vorhandene Putzflächen oder, wie hier im Beispiel des Fotos, auf Trockenbauwänden montieren. Dazu werden Kupfer-, PE- oder Verbundrohre mittels Klippleisten an den Wänden befestigt und anschließend verputzt.

Der Putz ist idealerweise ein Lehmputz, weil er bestens geeignet ist, die Temperaturspannungen im Putz schadlos aufzunehmen und gleichzeitig die Wärme gut abzustrahlen. Verarbeitungstechnisch bietet Lehmputz zusätzliche Vorteile. Für den Hausmann wichtig: Da Lehm nicht chemisch abbindet, lässt er sich mit Wasser wieder anlösen. Das heißt, Baustellenschmutz kann ohne viel Mühe einfach weggeputzt werden. Beim Arbeiten in bewohnten Wohnungen ist das ein nicht zu unterschätzendes Argument.

„Abstrahlen“ haben wir oben gesagt. Eine Wandheizung ist eine besonders wirkungsvolle Strahlungsheizung. Da wir Menschen aufrechte Wesen sind, können wir von senkrechten Flächen bestens angestrahlt werden.

Text: altbau plus e.V.

 

Wärmedämmung unter Erdgeschoss

Ein altes Haus – hier ein ehemaliger Kuhstall, kein Keller, keine Wärmedämmung im Fußboden, der Boden muss raus. Und nun? Fußbodenheizung wär´klasse und nachhaltige Baustoffe. Die Bauherren möchten nach Möglichkeit keine Erdöl basierten Baustoffe. Ein Wunsch, der immer häufiger geäußert wird. Nicht zu Unrecht, wie wir meinen. „Nun, dann machen Sie mal einen Vorschlag, wie es werden soll.“

Gerne, beginnen wir mit der Frage: „Was soll konkret erreicht werden?“ Abdichtung gegen Feuchtigkeit, Tragfähigkeit, Wärmedämmung, Fußbodenheizung, als Bodenbelag voraussichtlich Fliesen.

Der alte Boden wird entfernt soweit, bis sauberer gewachsener Boden erreicht wird, mindestens bis zur nötigen Aufbautiefe. Dann werden 20 cm mineralische Abdichtung eingebracht und verdichtet. Sie dient gleichzeitig als Sauberkeitsschicht. Eine solche Abdichtung ist gegenüber einer 20 m hohen Wassersäule dicht. Das gilt auch und besonders für den Randanschluss zum aufgehenden Mauerwerk bzw. Fundament. Obwohl sich mineralische Abdichtungen seit mehr als 25 Jahren bewährt haben, sind sie leider kaum bekannt. Nun denn, unser Boden ist jetzt trocken.

Nun folgt ein Geoflies als Trennlage, darauf eine Schicht Glasschaumschotter. Sie ist in der Regel 20 cm dick. Es könnten auch Glasschaumplatten sein. Die sind aber deutlich teurer. Andere mineralische und tragfähige Wärmedämmstoffe wären Blähton oder geblähtes Perlitgestein.

Als Nächstes folgt die Betonbodenplatte gemäß der Statik auf einer Trennlage. Hier kommen wir kaum um eine PE-Folie, ein Erdöl basiertes Produkt, herum. Unter der Estrichdämmung wird noch einmal eine PE-Folie verlegt (das soll´s dann aber auch sein). Als druckstabile Wärmedämmung bietet sich Holzfaserdämmung an, Kork oder Kokosfaser. Letztere haben wir schon länger nicht mehr gefunden. Schade, bei unseren Großvätern hatte sich Kokosdämmung schon bewährt. Als Heizestrich gibt es verschiedene Varianten in Naß- und Trockenbau. Hier ist ein klassicher Zementestrich gezeichnet.

Sie sehen, es geht auch in diesem Fall ohne Erdöl basierte Baustoffe. Die Polyethylen-Folien können sortenrein aus Recycling-PE bestehen und zu 100 % zu Folien recycelt werden. Grundsätzlich könnten auch sie durch Wachs- bzw. Ölpapiere ersetzt werden. Die sind aber nicht nachhaltiger.

Energieeffizienz beginnt nicht beim Einsatz von Wärmedämmung, sondern bei der Herstellung der Dämmaterialien. Wie mit diesem Beispiel aufgezeigt, ist vieles möglich und wenig exotisch, um Nachhaltigkeit zu erreichen.

Text: altbau plus e.V.

 

Solarwärme – Förderungen

Letzte Woche haben wir darüber gesprochen in wie weit die thermische Nutzung von Sonnenenergie attraktiv ist oder nicht. Bei dem sommerlichen Wetter heute ist das kaum eine Frage. Heizen ist nicht nötg und die gesamte Ernte wird für die Brauchwassererwärmung genutzt. Gerade habe ich meinen Daunenschlafsack endlich mal gewaschen – mit 100% Sonnenwärme. Die Dusche heute morgen? 100% Sonnenwärme, gespeichert von gestern. Die Spülmaschine ist inzwischen auch voll. Auch bekommt warmes Wasser aus der Solaranlage. Von Frühjahr bis Herbst wird bei uns das warme Wasser zu 100% mit der Sonne produziert. Im winter gibt es auch noch einiges umsonst und ohne Ressourcenverbauch oder Schadstoffproduktion. Das ist ein wirklich gutes Gefühl.

Damit es leichter fällt, sich für eine Solaranlage zu entscheiden, gibt es öffentliche Förderungen. Für einen ersten Überblick sei die Liste der Förderprogramme auf der Webseite von altbau plus e.V. empfohlen. Weitere Fragen können während der kostenlosen und produktneutralen Beratung geklärt werden.

Text: altbau plus e.V.

 

Solarwärme ist unattraktiv

Die Tage hatte ich ein Gespräch mit einem „Öko der ersten Stunde“, längst ein etablierter Unternehmer für energieeffiziente Flächenheizsysteme. Gerade die, also Wand-, Fußboden-, Deckenheizung, bilden zusammen mit einem guten Pufferspeicher das Herz einer solarunterstützten Heizung. Vorrangig wird der Bedarf am warmen Brauchwasser solar gedeckt. Überschüsse kommen der Raumheizung zu gute.

Wir mussten wieder einmal feststellen, dass, im Gegensatz zur Photovoltaik, die thermische Nutzung der Sonnenenergie aktuell „wenig sexy“ ist. Immer wieder kommt das Argument „das rechnet sich nicht“. Nur, warum muss eine Solaranlage Renditen abwerfen? Von einer Öl- oder Gasheizung erwartet das ja auch keiner. Und noch ein Gegenargument: Warum ist ein VW Passat nicht so billig wie ein Polo? Eine Solaranlage kostet mehr Investitionen als keine Solaranlage. Das ist richtig. Aber liefert keine Solaranlage einen Beitrag zur Energieffizienz, zum Klimaschutz?

Schauen wir uns lieber an wie eine thermische Solaranlage funktioniert.

Eine aktuelle Übersicht über mögliche Förderungen gibt es hier.

Text: altbau plus e.V.

 

Barriefrei – notwendig und komfortabel

Haben Sie sich heute schon wieder über zu gestellte Wege geärgert, im Supermarkt, wo Sie zwischen den abgestellten Einkaufswagen nicht weiter kamen, oder weil die Autos wieder zu groß für die Parkplätze waren und Sie kaum auststeigen konnten? Das ließe sich mit etwas gutem Willen einfach vermeiden.

Oder zuhause, weil zwar schöne, aber zu viele Möbel und Blumen im Raum stehen, ecken Sie ständig an? Andererseits können geschickt aufgestellte Möbel auch als Gehilfen dienen, anstatt eines Rollators in der Wohnung.

Viele alltägliche Barrieren könnten leicht beiseite geräumt werden, wenn wir nur ein wenig darauf achten würden. Mit etwas Umsicht schaffen Sie einfach und ohne Kosten mehr Bewegungsfläche und beugen Unfällen vor. Die im Flur abgestellte Einkaufstasche oder das gelieferte Paket müssen nicht sein. Mein persönlicher „Lieblingsfeind“ sind herumstehende Schuhe, über die ich gerne stolpere…

Sicherheit durch gute Ausleuchtung ist ebenfalls eine kostengünstige Maßnahme. Stellen Sie Ihre Beleuchtung auf LED um und denken Sie über Bewegungsmelder nach. So sparen Sie gleichzeitig noch Energie. Für den nächtlichen Gang ins Bad, ist eine blendfreie Notbeleuchtung hilfreich. Die richtige Platzierung der Spülmaschine in der Küche ist nicht nur bequem, sondern vermindert die Gefahr eines Sturzes.

Die Beseitigung anderer Barrieren, wie der Umbau des Bades oder der Ausgang zum Balkon, ist aufwendiger und kostet Zeit und Geld. Hier gibt es finanzielle Förderungen für bauliche Maßnahmen zur Barrierefreiheit. Wir werden noch darüber sprechen.

Text: altbau plus e.V.