Wärmedämmung unter Erdgeschoss

Ein altes Haus – hier ein ehemaliger Kuhstall, kein Keller, keine Wärmedämmung im Fußboden, der Boden muss raus. Und nun? Fußbodenheizung wär´klasse und nachhaltige Baustoffe. Die Bauherren möchten nach Möglichkeit keine Erdöl basierten Baustoffe. Ein Wunsch, der immer häufiger geäußert wird. Nicht zu Unrecht, wie wir meinen. „Nun, dann machen Sie mal einen Vorschlag, wie es werden soll.“

Gerne, beginnen wir mit der Frage: „Was soll konkret erreicht werden?“ Abdichtung gegen Feuchtigkeit, Tragfähigkeit, Wärmedämmung, Fußbodenheizung, als Bodenbelag voraussichtlich Fliesen.

Der alte Boden wird entfernt soweit, bis sauberer gewachsener Boden erreicht wird, mindestens bis zur nötigen Aufbautiefe. Dann werden 20 cm mineralische Abdichtung eingebracht und verdichtet. Sie dient gleichzeitig als Sauberkeitsschicht. Eine solche Abdichtung ist gegenüber einer 20 m hohen Wassersäule dicht. Das gilt auch und besonders für den Randanschluss zum aufgehenden Mauerwerk bzw. Fundament. Obwohl sich mineralische Abdichtungen seit mehr als 25 Jahren bewährt haben, sind sie leider kaum bekannt. Nun denn, unser Boden ist jetzt trocken.

Nun folgt ein Geoflies als Trennlage, darauf eine Schicht Glasschaumschotter. Sie ist in der Regel 20 cm dick. Es könnten auch Glasschaumplatten sein. Die sind aber deutlich teurer. Andere mineralische und tragfähige Wärmedämmstoffe wären Blähton oder geblähtes Perlitgestein.

Als Nächstes folgt die Betonbodenplatte gemäß der Statik auf einer Trennlage. Hier kommen wir kaum um eine PE-Folie, ein Erdöl basiertes Produkt, herum. Unter der Estrichdämmung wird noch einmal eine PE-Folie verlegt (das soll´s dann aber auch sein). Als druckstabile Wärmedämmung bietet sich Holzfaserdämmung an, Kork oder Kokosfaser. Letztere haben wir schon länger nicht mehr gefunden. Schade, bei unseren Großvätern hatte sich Kokosdämmung schon bewährt. Als Heizestrich gibt es verschiedene Varianten in Naß- und Trockenbau. Hier ist ein klassicher Zementestrich gezeichnet.

Sie sehen, es geht auch in diesem Fall ohne Erdöl basierte Baustoffe. Die Polyethylen-Folien können sortenrein aus Recycling-PE bestehen und zu 100 % zu Folien recycelt werden. Grundsätzlich könnten auch sie durch Wachs- bzw. Ölpapiere ersetzt werden. Die sind aber nicht nachhaltiger.

Energieeffizienz beginnt nicht beim Einsatz von Wärmedämmung, sondern bei der Herstellung der Dämmaterialien. Wie mit diesem Beispiel aufgezeigt, ist vieles möglich und wenig exotisch, um Nachhaltigkeit zu erreichen.

Text: altbau plus e.V.