In einer Wohnung wird es nicht warm

Das alte Haus hat vier Wohnungen, zwei im Erdgeschoss, zwei in den darüber liegenden Etagen. Eine der Wohnungen im EG hat eine eigene Gas-Etagenheizung. Die anderen werden mit einer zentralen Gas-Brennwertheizung mit Solarunterstützung geheizt. Doch die zweite Wohnung im Erdgeschoss wird einfach nicht richtig warm. Ebenso der Heizkörper in der Küche der Wohnung darüber.

Bekannt ist, dass ursprünglich beide Erdgeschoss-Appartements eigene Etagenheizungen hatten. Als es an der Zeit war kräftig zu modernisieren, ergab sich die Gelegenheit, eine, in der Kochnische störende, Abkastung abzubauen, um nachzuschauen, welchen Sinn sie eigentlich hatte. Schauen wir uns das Bild an.

Hinter der Abkastung kam eine zweite Heizungspumpe zu Tage. Sie wurde wohl eingebaut als das Appartement von der Etagenheizung befreit und an die Zentralheizung angebunden wurde – keine gute Idee.

Nun befanden sich also in einem Heizkreislauf zwei Umwälzpumpen. Besonders dumm: beide wussten nichts von einander. Und so haben beide gepumpt, wie es ihnen gerade in den Sinn kam, zwangsläufig meistens gegeneinander. Das haben sie aber nicht bemerkt. Folglich konnte das warme Heizungswasser die Wohnung nicht wirklich erreichen. In der darüber befindlichen Wohnung war der Heizkörper dadurch ebenfalls gestört, weil hier nach unten abgezweigt wurde.

Der Installateur tat das Richtige: Er hat die falsche Pumpe abgebaut. Danach hat er im ganzen Haus einen sogenannten „hydraulischen Abgleich“ durchgeführt. Der sorgt dafür, dass alle Heizkörper im selben Kreislauf der Zentralheizung gleich warm werden. Von da ab wurden alle Räume angemessen warm. Die Heizung brauchte nun nicht mehr „volle Kanne böllern“, nur weil drei Heizkörper, auch bei höchster Stufe des Thermostatventils, einfach nicht warm wurden, während auf anderen, bei kleinster Einstellung, Tee warm gehalten wurde. Die Heizung läuft seit dem gleichmäßiger – und sparsamer.

Ein „hydraulischer Abgleich“ gehört (eigentlich) zur jeder Heizungsinstallation und jeder Änderung am System. Weil das aber leider nicht der Wirklichkeit entspricht, wird der hydraulische Abgleich mit Steuergeldern finanziell gefördert und zwar hier.

Text: altbau plus e.V.